Ernstfall Waldbrand geprobt: Neue Spezialeinheit des Rhein-Hunsrück-Kreises erstmals im Einsatz
Rund 130 Einsatzkräfte mit etwa 30 Fahrzeugen haben am Samstag auf dem Gelände der Bundeswehrliegenschaft Pydna bei Hasselbach den Ernstfall eines großflächigen Wald- und Vegetationsbrandes geübt. An der kreisweiten Übung beteiligten sich Feuerwehren aus allen Verbandsgemeinden des Rhein-Hunsrück-Kreises sowie der Stadt Boppard. Unterstützt wurden sie von Einheiten des Katastrophenschutzes, dem Deutschen Roten Kreuz, der DLRG, den Maltesern sowie der Technischen Einsatzleitung des Landkreises.
Das angenommene Szenario ging von einem zunächst kleineren Flächenbrand aus, der sich aufgrund trockener Vegetation und günstiger Ausbreitungsbedingungen rasch zu einem größeren Waldbrand entwickelte. Im weiteren Verlauf wurden zusätzliche Kräfte alarmiert, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen und gefährdete Bereiche zu schützen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzabschnitte. Neben der unmittelbaren Brandbekämpfung wurden das Anlegen von Brandschneisen, der Schutz gefährdeter Objekte sowie die Wasserversorgung der Einsatzkräfte unter realitätsnahen Bedingungen geübt.
Erstmals wurde dabei auch der neu aufgestellte Waldbrandzug des Rhein-Hunsrück-Kreises in eine Großübung eingebunden. Für diese Einheit wurden insgesamt 36 Feuerwehrangehörige speziell für die Vegetationsbrandbekämpfung ausgebildet. Fünf weitere Einsatzkräfte erhielten eine zusätzliche Qualifikation für die Luft-Boden-Koordination und bilden die wichtige Schnittstelle zwischen den Kräften am Boden und den eingesetzten Luftfahrzeugen.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der luftgestützten Brandbekämpfung. Hierzu kam ein Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel Rheinland-Pfalz zum Einsatz. Ausgestattet mit einem sogenannten „Bambi Bucket“, einem außen am Hubschrauber geführten Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen mehreren hundert Litern, führte die Besatzung mehrere gezielte Löschwasserabwürfe im Übungsgebiet durch. Die Zusammenarbeit zwischen Hubschrauberbesatzung und den speziell geschulten Kräften am Boden konnte dabei unter realistischen Bedingungen trainiert werden.
Auch die Technische Einsatzleitung des Rhein-Hunsrück-Kreises war in die Übung eingebunden. Nach ihrer Alarmierung gegen 11:45 Uhr richtete sie ihren Führungsraum auf dem Übungsgelände ein und unterstützte die Einsatzleitung bei der Koordination der eingesetzten Kräfte und Einheiten. Ergänzend kam die Drohneneinheit der DLRG zum Einsatz, die aktuelle Luftbilder und Lageinformationen für die Führungsunterstützung bereitstellte.
Für die Versorgung der Einsatzkräfte sorgten die Malteser aus Simmern. Nach Abschluss der Übung konnten sich die Teilnehmer bei einem gemeinsamen Abendessen stärken. Auch eine kühle Erfrischung zum Abschluss eines heißen Übungstages durfte nicht fehlen.
Die Übung verlief erfolgreich und die gesetzten Ausbildungsziele konnten erreicht werden. Gleichzeitig bot sie die Möglichkeit, Abläufe zu überprüfen und wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung im Rhein-Hunsrück-Kreis zu gewinnen. Die zunehmenden Trockenperioden der vergangenen Jahre zeigen, wie wichtig eine kontinuierliche Aus- und Fortbildung sowie das Zusammenspiel aller beteiligten Einheiten für solche Einsatzlagen sind.
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